Das Bühnenbild

Eine taktile Erfahrung
Fünf Aktionsorte entlang eines Spiral-Pfades

Das Bühnenbild, von Giovanna Salabè konzipiert, besteht aus einem spiralartigen Pfad, der die fünf Aktionsorte des Theaterstücks Schlaganfall® miteinander verbindet. Der Spiral-Pfad wird durch Licht-Elemente, u.a. LED Leuchtketten, markiert.

 

Das Publikum umgibt teils auf Podesten platziert den Spiral-Pfad. Im Innenbereich der Bühne sitzt es auf gleicher Ebene inmitten der fünf Aktionsorte. Damit ist es auf eine intim-sinnliche, nahezu taktile Art und Weise, mit dem Geschehen verbunden. Ähnlich der taktilen Interaktion zwischen Person und Umwelt, die in der Geführten Interaktionstherapie von großer Bedeutung ist.

 

Erster Aktionsort – Zentrum des Theaterraumes
Garten und Therapieraum

Inmitten des Zuschauer- und Bühnenraumes steht in einem Garten jener Baum, von dem zu Anfang Toni M. (David Piperov) herabspringt.
Derselbe Aktionsort dient im zweiten Erzählstrang als Therapieraum. Wie in dem Gehäuse eines Ammoniten befindet sich im innersten Teil des Spiral-Pfades jener Raum, in dem Schutz und Geborgenheit gewährleistet sind. Der Ammonit, eine der ältesten Tierarten, bewohnte über einen erstaunlich langen Zeitraum den gesamten Planeten und konnte sich bei Gefahr vollständig in sein Gehäuse zurückziehen und geschützt bleiben. Auf ähnliche Art und Weise befindet sich im innersten Teil des Spiral-Pfades der geschützte Therapieraum, dort wo Toni M. und Renate Hoffmann (Fr. Chr. Steinhart) mit der Geführten Interaktionstherapie (Berta Rieder) behandelt werden.

Die Handlung entwickelt sich nun entlang aller weiteren Aktionsorte auf dem Spiral-Pfad.

 

Zweiter Aktionsort
Notaufnahme und Krankenzimmer

Der Anfang des Spiral-Pfades entspricht dem lauten und emsigen Treiben der Notaufnahme. Hier wird die Schlaganfallpatientin auf einer rollbaren Tragbahre eingeliefert und den ganzen Pfad entlang bis ins Krankenzimmer gefahren. Durch die Nähe am Geschehen wird dem einzelnen Zuschauer konkret vermittelt, wie spannungs- und stressbeladen der Notfall für die Sanitäter und die Ärztin Dr. Müller (Kathrin Heuer) ist. Hautnah gewinnen die Zuschauer Einblick in die missliche Lage der Patientin.
Das Krankenzimmer dient als Handlungsraum für alle Krankenzimmer im Theaterstück. Jenes der Notaufnahme am Beginn des Stückes, als Krankenzimmer der Reha-Klinik und später als jenes des Therapiezentrums. In ihm finden alle Chefarztvisiten statt und es werden alle herkömmlichen Therapiemaßnahmen durchgeführt. In dieses Zimmer kommt die Cousine Helene Hoffmann (Rolle noch unbesetzt) die Protagonistin besuchen.
Renate Hoffmann erfährt an diesem Ort Tief- und Höhepunkte ihrer Krankheit.

Dritter Aktionsort
Tischtennisraum

Die Brüder Toni M. als Erwachsener (Tobias Herrmann) und Stefan M. als Jugendlicher (Rolle noch unbesetzt) spielen Tischtennis. Der jüngere Bruder erfährt, wie es zur Behinderung des älteren Bruders kam, und eröffnet ihm seine Zukunftspläne.

Vierter Aktionsort
Café des Therapiezentrums

Im Café des Therapiezentrums bespricht die Nichte Chiara Balati (Katharina Lattermann) die angespannte Lage mit Elke König (Rolle noch unbesetzt), einer ehemaligen Kollegin der Protagonistin. Sie lässt sich bei ihr über den unerträglichen Stress aus.

Fünfter Aktionsort
Café des Ärzte-Kongresszentrums

Im Café des Ärzte-Kongresszentrums stoßen die ehemaligen Schulfreunde und jetzt angehenden Ärzte Stefan M. als Erwachsener (Rolle noch unbesetzt) und Michael T. (Thies Christiansen) zufällig aufeinander. Hier tauschen sie sich über die Geführte Interaktionstherapie aus und philosophieren über das Leben.

Der Spiral-Pfad

Der dritte Erzählstrang mit der häufig telefonierenden Chiara Balati findet entlang des ganzen Spiral-Pfades statt. Die Nichte der Protagonistin ist durch die Vielfalt der zu bewältigenden Aufgaben stets im Stress und hält kaum an einem Ort inne.

Die Diagonalen

Teil der künstlerischen Umsetzung des Themas ist, dass man sich die einzelnen Aktionsorte auch durch zwei imaginäre Diagonalen durchzogen vorstellen kann.
Die erste Diagonale verbindet die Räume des Schlaganfalls : Notaufnahme, Krankenzimmer, Therapieraum und das Café des Therapiezentrums.
Entlang der anderen Diagonale entwickelt sich der Erzählstrang des Behinderten und der jungen Ärzte : Tischtennisraum, Garten und das Café des Ärzte-Kongresszentrums. Der gemeinsame Schnittpunkt beider Diagonalen verbindet im ersten Aktionsort – Garten und Therapieraum – alle Erzählstränge an jener zentralen Stelle des Bühnenbildes, wo auch die erste und letzte Szene des Theaterstückes stattfinden.

Licht und Ton – Ein poetisches Gesamterlebnis

Durch den einfühlsamen Einsatz von Licht und Ton werden jeweils jene Aktionsorte in den Vordergrund gestellt, auf denen aktuell eine Szene gespielt wird.
Dank Ismael Schott (www.deutscheoperberlin.de/en_EN/ensemble/
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), Meister für Veranstaltungstechnik, wird dem Zuschauer ein poetisches Gesamterlebnis vermittelt. Darüber hinaus stellt er die Ton-Installation zum Fünften Erzählstrang – Eine Mutter berichtet zusammen sowie alle weiteren Ton-Aufnahmen für die externen Telefonstimmen des Theaterstücks.

→ das Projekt: Schlaganfall® – Theater und Therapie

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