Bisherige Projekte in Berlin

von Giovanna Salabè

2009

Il Teatro delle Voci

Il Teatro delle voci

Audioinstallation
Italienisches Kulturinstitut Berlin (IIC) Malaparte e.V. Berlin
City VHS Berlin

Dokumentation:

Spiegel-Online
Ital. Kulturinstitut-Erklärung
Malaparte e.V.-Erklärung
Diashow 2

In Zusammenarbeit mit Malaparte e.V.,
dem ehemaligen deutsch-italienischen Kulturverein in der Eylauer Straße/Kreuzberg, und seinem Begründer Corrado Lampe wurde die Aufführung der Audioinstallation – Il Teatro delle Voci dank der Unterstützung des Istituto Italiano di Cultura Berlino (Italienisches Kulturinstitut Berlin) und der City VHS ermöglicht.

Auf einer Reise durch die vergessenen Regionen Italiens (Apulien/Salento, Kalabrien und dem Aostatal) hat Giovanna Salabè Menschen über ihr Leben interviewt. Die daraus entstandenen Stimmcollagen erklingen in drei Räumen.

Raum und Klang bilden eine Einheit. Durchs Erklingen erschafft der Klang regelrecht den Raum und wird zu seinem verbindenden Element. Zuhörer und Zuschauer (Eine Diashow und Fotos von Francesco De Rose beschreiben den bäuerlichen Alltag Süditaliens der 1960er Jahre) können sich in Raum und Klang umher bewegen und die „Bühne des Geschehens“ selbst erkunden.

Raum 1

Diashow 2

In Raum 1 stehen die Stimmen im Dialog miteinander und erzählen uns von der Liebe, von Gott, dem Glück, den eigenen Kindern und dem Tod. Vier Lautsprecher befinden sich, auf verschiedenen Höhen, in diagonal gegenüberliegenden Ecken, der fünfte Lautsprecher steht in der Mitte des Raumes. Die Stimmen von Frauen und Männern aller Altersgruppen und Gesellschaftsschichten stehen miteinander im Dialog, während die Zuhörer und Zuschauer in diesem „Klangraum“ eingebettet sind und den Raum neu erleben.

Raum 2

In ein Meer von Stimmen eingetaucht, spaziert man durch Raum 2 und hört von Großeltern und Eltern, vom Leben der Menschen, von ihrer Arbeit, ihrer Familie und ihrer Schulzeit. Die Stimmen erklingen gleichzeitig aus CD-Playern, die entlang eines Pfades positioniert und auf einen sehr großen Raum verteilt sind. Zuhörer und Zuschauer müssen sich zu den Stimmen hinbewegen und dort länger verweilen, um den Lebensgeschichten zu folgen.

Raum 3

Zuletzt kann man in Raum 3 über Kopfhörer der gesamten Lebensgeschichte eines Menschen folgen.

Hörproben: www.poetryflowers.com/soundz/w2-1-1.mp3
Saalpläne: www.poetryflowers.com/downloads/Saalplaene.pdf

2010-2013

I) Turn Tears to Fire     
II) 
Ick bin een Berliner

Diashow 1

Theaterarbeit mit Jugendlichen mit Migrationshintergrund
Hoftheater Kreuzberg e.V./Berlin

Das Hoftheater Kreuzberg e.V. in Berlin stellte freundlicherweise seine Räume zur Verfügung und unterstützte die Theaterarbeit mit Jugendlichen Migrationshintergrund auch in theater-technischer Hinsicht. Dadurch konnte der schwierigen sozialpädagogischen Arbeit mit Jugendlichen ein äußerer Rahmen geboten werden.

Gib deinen Traum nie auf!
Wünsche und Träume sind in der Adoleszenz eine große Triebkraft. Und seien es unterdrückte oder stark enttäuschte Wünsche und Träume, die gekappte Triebkraft verliert nicht an Kraft, sie ändert nur ihre Richtung, sie pervertiert und kann in Gewalt und Respektlosigkeit umschlagen.

In der Theaterarbeit mit Jugendlichen mit Migrationshintergrund wird der Versuch unternommen, Freude und Unternehmungslust der Jugendlichen neu zu beleben. Über das Theaterprojekt lernen sie das scheinbar Unmögliche auch für ihr Leben wieder möglich zu machen.

Werkstattergebnis
In der Tat bestand die Hauptschwierigkeit darin, Jugendliche für die Projekte auf Dauer zu begeistern. Auf Grund der stets fluktuierenden TeilnehmerInnen gelang in beiden Projekten lediglich die Einstudierung vereinzelter Szenen. Am Ende der Theaterarbeit kam in beiden Fällen das Werkstattergebnis im engsten Kreise zur Aufführung. Diesmal waren auch selten gesehene Jugendliche im Publikum und alle Beteiligten diskutierten in der anschließenden Austauschrunde begeistert mit. So kann zum Abschluss eindeutig von einem Erfolg gesprochen werden.

 

I)  Turn Tears to Fire – Ismael und Julia

(frei nach Shakespeare)

Romeo und Julia oder Ismael und Julia
Neben der bezaubernden Liebesgeschichte birgt das frühe Werk Shakespeares, aus dem Jahre 1597, unzählige schwierige Situationen, die heutige Jugendliche durch und durch kennen. Es geht um angespannte Beziehungen, tiefe Emotionen und scheinbar unüberbrückbare Hindernisse. Jugendliche sind mit diesen Themen vertraut, noch bevor sie Shakespeares Stück gelesen haben, denn diese könnten aus ihrem eigenen Leben stammen. Auch bei ihnen geht es um verfeindete Sippen innerhalb einer Stadt, um gewaltbereite junge Männer und Mädchen, die sich den Vorgaben der Väter nicht fügen wollen. Jugendliche sind durch starke Emotionen getrieben und nichts ist wichtiger als die reine und unschuldige Liebe. Erwachsene leben dagegen in einer gefühlskalten und unehrlichen Welt, mit der Jugendliche viel zu oft in Konflikt geraten.

Vorgehensweise
Der Anfang
Titel und Autor des Stückes wurden anfangs nicht verraten und die Geschichte nur angedeutet, damit die Jugendlichen in ihrer Phantasie, Freiheit und Kreativität nicht eingeschränkt würden.

Entwicklung der Szenen

Es wurde die Situation einer Szene in den Vordergrund gestellt und nicht deren genauer Ablauf. Die Jugendlichen wurden mit der Situation vertraut gemacht und in diese versetzt, als handle es sich um eine Familienaufstellung nach Bert Hellinger. Manchmal wurden bestimmte Rollen festgelegt, manchmal war es der Text, manchmal waren es die Dialoge. Die Jugendlichen sollten die vorgegebenen Eckpfeiler der Szene entweder aus sich heraus entwickeln oder weiterführen, als würden sie die Szene nach den Prinzipien von A. Boals Theater der Unterdrückten aufbauen. Sie lernten dabei, auf eine vorgegebene Situation kreativ zu reagieren und unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten dafür zu finden. Auf der Bühne gelang ihnen das, was in ihrem realen Leben bislang unmöglich erschienen war.

 

II) Ick bin een Berliner

Wie kommen die Flüchtlinge über das Mittelmeer?
Die Herkunft
Jeder dritte Berliner hat einen Migrationshintergrund. Viele Jugendliche sind hier geboren und aufgewachsen, andere Jugendliche kommen als Flüchtlinge nach Deutschland. Sie stehen zwischen der Kultur ihres Ursprungslandes und der ihrer neuen Heimat. Die Frage nach ihrer kulturellen Identität ist für alle von großer Bedeutung.

Die Fragestellung
Von einer gemeinsam erarbeiteten Frage ausgehend, – Wie kommen die Flüchtlinge über das Mittelmeer? – haben wir nach konkreten Antworten im realen Leben und unserer Umwelt gesucht. Ziel war es, auf der Bühne die Ergebnisse mit den Zuschauern zu teilen.

Vorgehensweise
Die Diskussion
Wir haben nach Beispielen aus der Vergangenheit gesucht und sind auf Odysseus‘ Irrfahrt durch das Mittelmeer gelangt, das seit vielen Jahrtausenden überquert wird.

Der praktische Teil
Auf welche Schwierigkeiten sind Odysseus und die Flüchtlinge bei der Überquerung des Mittelmeeres gestoßen? Um dies zu erkunden, bauen wir selbst ein Floß und versuchen den Wannsee zu überqueren.

Die Jugendlichen wurden mit handwerklichen Problemen konfrontiert (Bau eines Floßes), mit der organisatorischen Herausforderung (gemeinsame Arbeit und das Miteinander-Auskommen) und bei dem Versuch der Überfahrt wurden sie vielen starken Emotionen ausgesetzt (Angst, Unsicherheit).

Werkstatt-Ergebnis
Auf der Bühne gelang es den Jugendlichen ihre authentischen und lebensbereichernden Erfahrungen mitzuteilen.

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