Geführte Interaktionstherapie
Dr. Affolter und Dr. Bischofberger

Der Werdegang Dr. Affolters
und Dr. Bischofbergers

Was zwei Therapeuten
aus der Schweiz uns lehren

Der Werdegang Félicie Affolters durch die Institutionen erinnert an ein Stehaufmännchen oder eher an eine Stehauffrau mit Überraschungseffekt. In den sechziger Jahren ist sie Assistenz-Professorin am Heilpädagogischen Institut der Uni Fribourg, jene Zeit, in der die Begegnung mit Walter Bischofberger fällt, ihrem engsten Mitarbeiter über viele Jahrzehnte. Mit ihrem neuartigen Denken stößt die selbstbewusste Dozentin an der katholischen Universität gegen Mauern. Die Professur wird ihr verwehrt.

Ihre unaufhaltsame Neugierde und ihr Drang, die Vorgänge im Gehirn genauer verstehen zu wollen, führen sie schließlich in die USA an die Pennsylvania State University zu einem Doktorats-Studium und später zusammen mit Dr. Bischofberger an das „Centre for Cognitive Science“ der University of Minnesota. Es beginnt eine jahrzehntelange wissenschaftliche Zusammenarbeit an Forschungsprojekten.

In dieser Zeit bekommt Fr. Dr. Affolter nämlich den Auftrag, am Kantonsspital in St. Gallen eine Abteilung zur Erfassung und Behandlung von Kindern mit Hörstörungen aufzubauen: das Zentrum für Pädoaudiologie. Zusammen mit Dr. Bischofberger und vielen weiteren Mitarbeitern, u. a. Renate L., definiert sie Wahrnehmungsstörung und es entsteht ein neuartiger Therapiestil: die Geführte Interaktionstherapie.
Die Forschungen über das neue Behandlungskonzept werden 10 Jahre lang vom Schweizer Nationalfonds unterstützt. Nach langjähriger intensiver Arbeit soll allerdings ihre Abteilung einem Mediziner übergeben werden, da am Kantonsspital Nicht-Mediziner keine Abteilung mehr leiten dürfen. Dr. Affolter und ihre Therapeuten kämpfen dagegen an. Als sie vor einen endgültigen Beschluss gestellt werden, kündigt die ganze Belegschaft. Den avantgardistischen Therapeuten sagt man das Ende ihrer Behandlungs- und Forschungsarbeit vorher.

Frau Dr. Affolter gründet in St. Gallen eine Schule für Kinder mit Wahrnehmungsstörungen und ein Zentrum für Wahrnehmungsstörungen. Beide Einrichtungen erhalten ungemein starken Zulauf.

Schließlich muss auch die Schule für Kinder mit Wahrnehmungsstörung geschlossen werden. Félicie Affolter und Walter Bischofberger, die sich nie in ihrer Arbeit haben aufhalten lassen, unterrichten und behandeln weiter, unter anderem im Schulungs- und Therapiezentrum Burgau in Bayern.

Frau Dr. Affolter hält Ende Januar 2017, mit knapp 91 Jahren, ihren letzten Großen Kurs in Deutschland. Sie wird jedoch weiterhin Kurse zusammen mit Dr. Bischofberger zweisprachig (deutsch / französisch) in der Westschweiz geben.

Ihre Publikationen erscheinen im Neckar-Verlag, Villingen-Schwenningen, welcher die Werke in drei Sprachen (Deutsch/Englisch/Französisch) veröffentlicht hat.

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